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Irgendwann mal davon gehört, dann darüber im Rennradmagazin Tour gelesen, aber wieder verworfen und schließlich von Thorstens Ankündigung hier im Forum erneut dazu gebracht, eine Teilnahme ins Auge zu fassen. Worum es geht? Um den „King of the Lake“(KOTL), ein anspruchsvolles Einzel- oder auch Mannschaftszeitfahren rund um den Attersee in Österreich.

 

Einzigartig an diesem Wettkampf ist, dass er auf einer komplett abgesperrten Strecke ausgetragen wird, für ein Zeitfahren relativ lang ist (47,2 Km) und auch einige knackige Anstiege (insgesamt 280 hm, bis zu 13% steil) zu überwinden sind. Inzwischen geht der KOTL bereits in seine siebte Auflage, hat sich aber trotz der über 1200 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus 18 verschiedenen Nationen den Charme einer Großveranstaltung im familiären Kreis bewahren können. Unter den Teilnehmern 2017 fanden sich auch einige Stars der Szene, so etwa Christoph Strasser, der mehrmalige Race-Across-Amerika-Gewinner und Georg Preidler, der amtierende österreichische Meister im Zeitfahren, zur Zeit in Diensten des deutschen World-Tour Teams Sunweb. Letzterer stellte dann gleich bei seiner ersten Teilnahme mit einer Zeit von 55:57:97 Minuten und einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 50,6 Km/h einen neuen Streckenrekord auf.

Ganz so gut lief es bei mir nicht. Da ich mir im Vorfeld eine Erkältung zugezogen hatte, die letzten zwei Wochen kaum trainieren konnte und Thorsten kurzfristig abgesagt hat, war ich für einen Augenblick versucht, ebenfalls einen Rückzieher zu machen. Schließlich habe ich mich dann doch zur Teilnahme entschlossen. Das Gefühl, dass es doch irgendwie verrückt ist, neun Stunden alleine im Auto zu sitzen, um knapp 50 km um einen See zu fahren und dann die gleiche Strecke mit dem Auto alleine wieder zurückzufahren, ist aber erst verflogen, als ich zwei Russen begegnet bin, die für diesen Wettkampf eine Flugreise von 3900 km auf sich genommen hatten. Derart von allen Zweifeln befreit, konnte ich mich nun endlich auf den Wettkampf fokussieren und mir eine Strategie zurechtlegen. Die spätabends im Schein­werferkegel meines Autos durchgeführte Rennstreckenbesichtigung der letzten 15 km führte mich als begnadeten Bergfahrer zu der Überlegung, die ersten 24 km nicht zu überpacen, um gegen Ende des Rennens nicht in den Bergen einparken zu müssen. Nach erholsamem Schlaf in einer sehr empfehlenswerten Pension und einem guten Frühstück stand der Umsetzung meiner Strategie vom Vortag nichts im Wege. Die äußeren Bedingungen waren nach dem Auflösen des Frühnebels einfach optimal. Um 14:52:30 Uhr ging ich bei angenehmen 17 Grad in neuem Zeitfahr-Vereins-Outfit auf die Strecke und kam mit einer Zeit von 01:14:51 Stunden  ins Ziel. Damit habe ich mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 37,8 km/h mein Ziel, mindestens einen 38er Schnitt zu fahren, knapp verfehlt. Möglicherweise bin ich nach dem ersten Anstieg aus Respekt vor den Anstiegen, die noch kommen sollten, etwas zu zurückhaltend gefahren. Trotzdem war es unter dem Strich eine wunderschöne Veranstaltung, die nur leider, wie alles Schöne, viel zu schnell vorbei war. Da hilft nur eins: Beim nächsten Mal einfach langsamer fahren!

Alle Ergebnisse findet ihr hier: www.atterbiker.at/ergebnislisten

Zum Video geht es hier: YouTube

Rennbesprechung
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