Donnerstag, 30. April
7.14 Uhr. Plötzlich stille. Das Regengeprassel auf den Zeltbahnen hatte aufgehört. Nach dem Aufstehen unternahm ich mit Frank einen kleinen Spaziergang entlang der Uferstraße. Aus den Kanaldeckeln sprudelte Wasser, stellenweise war die Straße überflutet, in den Wiesen hinter dem Camping standen Seen.
Langes Frühstück mit viel Kaffee, nach der Regenfahrt am Vortag mussten auch die Räder instand gesetzt werden. Einige trauten dem Wetter nicht und entschieden sich für den Besuch in der Grotte - ihre Räder mussten als Ersatzteillager herhalten.

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Erst spät - so gegen 11.30 Uhr - kamen wir in die Pedale. Von Belvaux erst wieder hoch über den Hügel von der Lesse zur Lesse. Wir fuhren jetzt an der Lesse entlang in Richtung Süden. Es war kühl aber trocken. Wir genossen das Tal mit dem vom Regen angeschwollenen Strom, alte Bruchsteinhäuser und Wassermühlen. Vor Daverdisse dann der erste Ernstfall: Steil zog sich die Straße den Berg hoch zum Ort und durch den Ort. Wir verließen die Lesse, um sie hinter Daverdisse wiederzufinden. Wieder hoch nach Séchr'ri und weiter zum Bücherdorf Redu. Zum Lesen blieb keine Zeit, wir suchten die Lesse und fanden sie im gleichnamigen Ort wieder. Es folgte wieder ein langer Anstieg, der uns jetzt endgültig von der Lesse wegbrachte.
In Maissin bogen wir ab nach Oûr, fuhren weiter nach Opont und Naomé. Zwischen Carlsbourg und Vivy erreichten wir nach 43 km mit etwa 450m üNN den Tageshöchstpunkt. Jetzt ging es bergab nach Rochehaut, wo uns der Aussichts-Höhepunkt erwartete. Der Blick fiel tief hinab in das Tal der Semois die hier einen 180°-Bogen beschreibt, auf der Halbinsel liegt wie gemalt der Ort Frahan. Passend dazu zeigten sich am Himmel blaue Flecken und hier und da blinzelte zur Belohnung die Sonne durch die Wolken.

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Es folgte die rasende Abfahrt über löchrigen Asphalt hinab zur Semois. Durch das Tal drückte Lars auf die Tube, Mouzaive am anderen Ufer rauscht vorbei und wir in einen 2 km langen Anstieg hinein, hinaus aus dem Tal und wieder hinab nach Vresse sur Semois. Der Zug rollte durch Membre und nach Bohan, wo er am Supermarkt zum Nachfüllen der Vorräte zum Stehen kam. Weiter ging es durch das Tal und über die französische Grenze, der Ort Les-Houte-Rivières sah etwas heruntergekommen aus. Am Tiefpunkt der Runde mit etwa 156 m üNN verließen wir die Semois wieder in Richtung Belgien. Über rund 10 km ging es wieder hoch auf etwa 380 m üNN auf das Plateau der Ardennen.

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Weiter ging die Fahrt über das von Flusstälern durchzogene Plateau. Bei Gedinne waren wir im Tal der Hoille das wir aber gleich nach Sart-Custinne verließen um die 3 km lange Abfahrt nach Vencimont zu bekommen wo wir den Fluss La Hoille überquerten. Klar das wir uns hinter der Brücke gleich wieder auf den Weg nach oben machten, nach rund 96 km gingen die teils steilen Rampen in dem 2,5 km langen Anstieg schon schön in die Beine.
Ab jetzt war der Streckenverlauf aber wieder überwiegend bergab. Hinter Froidfontaine erreichten wir den Fluss La Wimbe, über kleine Straßen durchfuhren wir Orte wie Honnay, Froidlieu usw., bevor wir bei Lessive wieder in das Tal der Lesse kamen. Nur gut das sich niemand an die Hinfahrt am Tag zuvor erinnern konnte oder wollte, sonst hätte er gemerkt, dass wir hier schon mal in entgegengesetzter Richtung unterwegs waren. Wir bogen jetzt ab nach Éprave, überquerten die Lesse (zum wievielten Mal heute?), fuhren rüber zur N86, die wir für nur 400 m benutzen mussten.
Die kleine Straße links ab war kaum zu erkennen, führte aber sehr offensichtlich quer zum Talverlauf. Der letzte Berg, also der Erste der Letzten. Noch mal einen Kilometer steil hoch und über ein paar kleine Gegensteigungen bis Wavreille, ein Stück auf der N899 und rechts ab nach Belvaux. Zur Belohnung gab es noch eine Abfahrt, 3 km bergab bis zum Camping.
Nach 138 km mit wieder gut 2000 Höhenmeter hatten wir eine tolle Runde durch die südlichen Ardennen hingelegt. Schöne Landschaften, beschauliche Täler, malerische Orte, verkehrsarme Straßen. Die Ardennen sind immer eine Runde wert.
Am Abend fanden wir uns im Restaurant "Auberg du Moulin" wieder. Mit leckerem Essen und (eigentlich) noch leckererem Bier wurden die Muskeln in die Regeneration geschickt. Am späteren Abend zündete Oberbrandmeister Joi dann noch in seiner Brennschüssel ein Feuer an das dann auch noch wunderschön von außen wärmte.

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