Der Marathon in Malmedy gilt als „MTB Rennen der Extraklasse in Belgien". Joi hatte sich für die 65 km schon vorangemeldet, Lars stieß kurzfristig dazu und so machten wir uns mit 2 weiteren Bikern aus Aachen auf nach Malmedy. Im weiträumigen Startbereich in der Malmedy-Expo waren die Nachmeldungen schnell erledigt. Durch die Voranmeldung durfte Joi in einem früheren Startblock losfahren, wir mussten noch warten und hofften doch wenigsten noch vor dem Einsetzen des Regens auf die Strecke zu kommen. Als wir zum Start kamen, wurde gerade der letzte Startblock ins Rennen geschickt – wir befanden uns also unter den Letzten, die auf die 65-km-Strecke gingen.

Nach 500 m flachem Einrollen ging es gleich massiv bergauf. Vor uns der Weg voller Biker, die sich hoch quälten. Entweder langsam mitrollen oder entgegen allen Vorsätzen Puls hoch, Tempo hoch und so viele wie möglich hinter sich lassen. Später auf den Singletrails sollte sich das noch auszahlen. Auf etwa 1,5 km ging es von 340 m auf über 500 m hoch.

Ab jetzt wurde fast nur noch auf Waldwegen und Trails gefahren, die wenigen geteerten Weg- oder Straßenstücke hätten etwas Erholung bringen können, hätte man nicht voll im Gegenwind gestanden, der immer stürmischer wurde. Vor allem ging es aber bergauf oder bergab, für die 65 km lange Distanz waren 1700 Höhenmeter versprochen worden. So ging es kreuz und quer durch den Wald bei Francorchamps, in das Rasseln der Ketten und Pfeifen der Lungen mischte sich das Motorendröhnen von der Rennstrecke. Nach etwa 21 km war das Hohe Venn unterhalb von Mont Rigi erreicht. Wilde Wurzelpassagen, abenteuerliche Abfahrten, Schlamm, Steine die Veranstalter hatten nicht zu viel versprochen. Mehrfach durch die Bachtäler bis Sourbrodt, eine Wahnsinnsabfahrt hinab zur Warche, minutenlang standen wir im Stau der hinabsteigenden Biker.

Hier hatte Lars leider die Luft verlassen, also die Luft aus dem Reifen, ziemlich angesäuert ging er entlang der Strecke. Inzwischen hatte auch der Regen eingesetzt. Und wie! Es schüttet wie aus Kannen, dazu der stürmische Wind. Burg Reinhardstein mit einer der üppig ausgestatteten Verpflegungsstationen. Danach der sehr schöne Trail im Waldhang hinüber zum Lac de Robertville. Über die Staumauer und zurück ins Gelände. Die Strecke weichte immer mehr auf, das Fahren wurde zum Glücksspiel, später schreibt der Veranstalter auf der Homepage: „Die regen hat der letzten 5km den Verlauf eine Hölle gemacht ... Dieser Teil wird im Jahr 2013 geändert werden!".

Die letzten 15 km waren die Hölle! Bei Bevercé kurz vor Malmedy waren wir im Tal. Erst ging es über 3 km hoch auf über 500 m, steile Anstiege im Schotter, Wurzeln, Schlamm, dann wilde Abfahrt hinab nach Malmedy, über die Warche und wieder steil berghoch auf 500 m, kurze Fahrt über die Höhe bei Ferme Libert und ab ins Finale.

Für den letzten Kilometer hatte man die Downhillstrecke in Malmedy ausgesucht. Die Schanzen und Sprünge waren „leider" gesperrt. An der Bremse hängend bin ich irgendwie nach unten gekommen und ins Ziel gefahren. Ein paar kleine Stürze, ein paar Schrammen, es war alles noch mal gut gegangen.

Resümee: Die Strecken erfordern hohes technisches Können auf dem Bike und eine gute Physis. Bei den Bedingungen war es eine Lotterie, das Ziel heil zu erreichen. Man muss sagen, irgendwann wird das Steigern der Schwierigkeiten einfach zu viel, der nächste Schritt ist Bungee Jumping. Das man die Strecke fahren kann, zeigen die Siegerzeiten, Sieger Kevin van Hoovels benötigte 2:44:16 h, Schnitt 23,74 km/h! Wir waren „unwesentlich" langsamer unterwegs:

Pos

Nr

Nom

Temps

Tkm

Moy.

Rang

Nom

234.

2806

LAEVEN Herbert

4:25:01

4:05

14.72

14

ma3

288.

2402

PALM Joachim

4:37:23

4:17

14.06

77

ma2

Insgesamt erreichten 648 Starter das Ziel, 13 wurden disqualifiziert, 46 gaben auf.

Alle Ergebnisse unter www.rdhf.be/de/
Fotos bei Sportograf best of und nach Startnummer